CH: Polizei löst Protest-Aktionen in Bern, Zürich und St. Gallen auf

Beim Vadiandenkmal in St. Gallen hat eine Gruppe von Menschen am Samstagvormittag gegen die Massnahmen vom Bund protestiert. Auch in Bern und Zürich protestierten Hunderte. Die Polizei löste die Ansammlungen auf.

Darum gehts

  • Am Samstagvormittag fanden sich in St. Gallen gegen 80 Personen beim Vadiandenkmal ein.
  • Sie protestierten gegen die Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus.
  • In Bern versammelten sich Leute am Nachmittag gruppenweise auf dem Bärenplatz und dem oberen Waisenhausplatz.
  • In Zürich protestierten Hunderte auf dem Sechseläutenplatz.
  • Aufgrund des aktuellen Veranstaltungsverbotes löste die Polizei die Aktionen auf.

Beim Vadiandenkmal in St. Gallen hat eine Gruppe von Menschen am Samstagvormittag gegen die Massnahmen vom Bund protestiert. Auch in Bern und Zürich protestierten Hunderte. Die Polizei löste die Ansammlungen auf.

Am Samstagvormittag versammelten sich ab 10.30 Uhr gegen 80 Personen beim Vadiandenkmal. Sie protestierten mit Plakaten gegen die Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung des Coronavirus. Damit verstiessen sie gegen die bundesrätliche Verordnung, die noch immer zwei Meter Abstand zu anderen Personen und ein Veranstaltungsverbot vorsieht, teilt die Stadtpolizei St. Gallen mit. Zudem wäre die Aktion auch ungeachtet der COVID-19-Verordnung bewilligungspflichtig gewesen.

Diverse Passanten schauten der Aktion zu, bevor die Polizei diese auflöste und die Teilnehmenden wegschickte. Roman Kohler, Leiter der Kommunikationsabteilung der Stadtpolizei St. Gallen, sagt: «Einer der Schwierigkeiten bei solchen Aktionen ist, herauszufinden wer Teil davon ist und wer nur zufällig dort ist.» Obwohl nicht alle Einsicht gezeigt hätten, sei die Auflösung friedlich verlaufen.

Von rund einem Dutzend Personen wurden Personalien aufgenommen. «Diese Personen konnten wir als Teil der Protestaktion ausmachen. Beispielsweise weil sie ein Plakat bei sich hatten.» Die kontrollierten Personen müssen nun mit einer Anzeige wegen Verstoss gegen die Covid-19-Verordnung und die Bewilligungspflicht rechnen. Darüber entscheidet die Staatsanwaltschaft. In der Stadt St. Gallen sei es das erste Mal gewesen, dass die Polizei in der Corona-Zeit eine solche Veranstaltung habe auflösen müssen, sagt Kohler.

Proteste auch in Bern

In Bern versammelten sich Leute am Nachmittag gruppenweise auf dem Bärenplatz und dem oberen Waisenhausplatz. Die Polizei forderte die rund hundert Protestierenden in Bern per Lautsprecher auf, sich aufzulösen. Die Antwort war ein gellendes Pfeifkonzert, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete. Viele trugen Transparente mit sich, auf denen Parolen wie «Freiheit Ja – Keine Zwänge» zu lesen waren.Kantonspolizei Bern@PoliceBern

Wir sind dabei, den Bärenplatz in #Bern zu räumen, nachdem Gespräche nichts brachten und die Einsicht fehlte. Es braucht Zeit, die Leute wegzuweisen; hier können wir die Abstände über längere Dauer nicht mehr immer einhalten. Deshalb tragen unsere Mitarbeitenden teilweise Masken.

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Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie wollte ursprünglich die erneute Kundgebung von Lockdown-Gegnern auf dem Bundesplatz unbedingt verhindern, wie sie auf Twitter mitteilte.

Einsatz in Zürich

Auch auf dem Sechseläutenplatz in der Stadt Zürich haben sich am Samstagnachmittag über hundert Menschen versammelt und gegen den Lockdown demonstriert. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen zum Einsatz aus. Auf dem beim Bellevue gelegenen Sechseläutenplatz laufe ein entsprechender Einsatz, sagte ein Sprecher der Zürcher Stadtpolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Auf dem Sechseläutenplatz versammelten sich schätzungsweise hundert bis zweihundert Personen. Sie forderten unter anderem die Aufhebung der Notstandsmassnahmen. Ein Bild zeigt etwa eine Frau mit einem Regenschirm mit den Aufschriften «Selbstbestimmung», «Freiheit» und «Grundrechte». Am späteren Nachmittag löste die Polizei die Kundgebung auf.

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