Wir sind OK, Ihr – die Bürger – seid NICHT OK

In der SRF-Sendung ECO vom 4. Mai 2020 informiert Bundesrat Guy Parmelin die Bevölkerung. Es geht um die Vergabe des vielen Geldes.

Die Verteilung der verschiedenen Fonds sei eine höchst anspruchsvolle Angelegenheit, so der Bundesrat.

Viele Interessen seien zu berücksichtigen, der Gesamtüberblick unbedingt zu wahren, „um jeden einzelnen Franken ‚efficace‘ (effizient) einzusetzen“.

So weit, so gut.

Der Wirtschaftsminister erklärt mit hohem Tempo, dass „jeder Franken“ auch „effektiv“ verwendet würde und was damit getan werden soll.

Seine Ausführungen sind, auch nach mehrmaliger Ansicht, unverständlich.

Dem Beobachter wird nicht klar, ob „l’efficience et l’efficacité“, also die Effizienz und Effektivität, gemeint ist.

Effizienz ist die Dinge richtig tun. Effektivität ist die richtigen Dinge tun.

Die Geschichte lehrt uns, dass Handlungen oft effizient waren und einen unerwünschten Effekt erzielten.

Lehrt uns die Geschichte gerade einmal mehr, dass die Geschichte uns nichts lehrt?

Kriegsbilder sind Zeitzeugen, die Menschen effizient Angst und Schrecken einjagen. Effektiv brachten sie unendliches Leid.

In der Sendung schlägt der SRF Moderator vor, man könne doch ein Jahr die Mehrwertsteuer für die Tourismus-Branche aussetzen. Der Bundesrat antwortet effizient, man könne alles diskutieren. Effektiv wird auf diesen Vorschlag nicht eingegangen.

Im Anschluss an das Interview werden graphisch aufbereitet die einzelnen „Rettungspakete“ erläutert, die der Bundesrat per Notverordnungen im Alleingang gesprochen hat.

2 Milliarden für Schutzmaterial, Medikamente und Tests.

Unter anderem über 2 Milliarden für Einkauf von Schutzmaterial, Medikamente und Tests. Darunter gehören Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe. Wofür genau und für wen, bleibt unbeantwortet.

Bei den letzten „Pandemien“ wurden beispielsweise Tamiflu und anderes besorgt. Für sehr viel Geld, wie sich herausstellte. Um kurze Zeit später wieder entsorgt zu werden. So wie die sieben Armeespitäler.

Über zwei Monate hat das Notrecht in der Schweiz angedauert. Heute ist die Opfer-Asymmetrie, wie sie jeder „Krieg“ mit sich bringt, erkennbar.

Die sich selbst feiernden Regierungen und mit ihnen die Staats-Beamten: Sie haben es versäumt, ihren Obolus zu entrichten.

Zumindest könnten sie für die sehr teuren und fragwürdigen Massnahmen freiwillig auf einen grossen Teil ihres üppigen Salärs verzichten.

Die Bevölkerung wird im Glauben gelassen, die Regierungen hätten alles richtig getan. Bissige Fragen zur ganzen Pandemie-Hysterie durch die „Hofberichterstattung“? Das durch Gebühren durch die Bevölkerung finanzierte SRF? Eine vierte Staatsgewalt?

Die suchen wir noch immer.

Unterdessen danken diese Politiker ihren Mitarbeitenden in den Verwaltungen fürs „Durchhalten“; unter anderem für die mit Bravour geglückte Mehrarbeit aus dem Home-Office.

Ladenbesitzer, Coiffeure, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und die anderen vielen von den Massnahmen stark Betroffenen – keine Chance. Virtuelles Arbeiten gestaltet sich noch zu anspruchsvoll.

Wofür genau sind diese „Rettungspakete“? Bei den Verkehrsbetrieben Zürich für sehr teures Marketing.

Und für 50’000 Gratismasken – Masken, von denen nicht einmal 1 von 20 Fahrgästen an einem Tag in den „Genuss“ kommt.

Für die ausgewiesenen eine Million Fahrgäste in der Agglomeration Zürich bräuchte es pro Tag mindestens 1 Million Masken.

Und wer bezahlt diese nun genau? Wofür? Effektiv und effizient? Für ein Virus?

Von Viren wissen wir, dass sie seit über 120’000 Jahren Teil der Natur und des Menschen sind.

So wie es an den Hochschulen gelehrt und von unseren Regierungen in etwa so effizient erklärt wird: Als „Logorrhoe„, einem weit verbreiteten „verbalen Durchfall“.

Eines ist sicher: Die Massnahmen sind sehr effektiv. Steuergelder und die Fahrpreise in öffentlichen Verkehrsmitteln in Überschallgeschwindigkeit verbrennen. Mit Geld der Bevölkerung.

So wie beim „Monopoly“, dem heutigen „Coronapoly“. Und woher kommt das Geld für die gesprochenen Rettungspakete effektiv?

Sind dies nun Masken des Bundes aus dem „Rettungspaket“ für über 2 Milliarden Fragen? Jedenfalls ein brillantes Business Modell, getrieben von der Angst der Menschen.

Ich bin OK … Du bist NICHT OK

Denn wer die Massnahmen nicht einhält, ist „nicht OK“. Die vielen Werbeplakate lassen es jeden unmissverständlich verstehen.

Es werden alle immer schön im Glauben gelassen: „Ich bin OK“, ich trage Masken. „Du bist nicht OK“, wenn Du keine trägst. Das „Ich bin OK, Du bist nicht OK“-Phänomen.

Es funktioniert ganz einfach: ein schlechtes Gewissen einreden, schon schiessen die Steuereinnahmen durch die Decke.

Weiter führen die verkündeten Rettungspakete von 65 Milliarden für viele Betroffene zu einem noch nie dagewesenen administrativen Mehraufwand.

Bereits vor Corona war vieles, was von Verwaltungen kam, ein überreglementiertes „Wirr-War“: Gesetze, Weisungen, Reglemente, Merkblätter, Wegleitungen und Formulare ohne Ende.

Ineffizient und ineffektiv, ohne Mehrwert, ohne ersichtliche Digitalisierung. Papier und Medienbrüche „en Masse“, so wie die Fax-Übermittlung der Corona-Infektionen ans Bundesamt.

Déjà-vu?

Ja – wie immer in solchen Change-Prozessen. Weil darüber hinaus sich die Regeln dauernd ändern, verliert manch einer den Überblick. Er gerät, je länger der Zustand dauert, orientierungslos unter Druck.

Die Folgen sind verheerend. Für die ehrlichen erwerbslosen Steuerzahler sind die Formulare nicht mehr vernünftig zu verarbeiten.

Sie erinnern an Masterarbeiten, auf die der Urheber stolz ist und sonst keiner liest. Monatelanger Aufwand mit kaum feststellbarem Mehrwert.

Neben der aufgewendeten Zeit kommen die durch solche Massnahmen Betroffenen für ihren Aufwand zu allem noch auf. Telefone, Papier, Toner, Tinte für Drucker und für Porti. Keine Rückerstattung. Dies ist in den Tabellen und Formularen nicht vorgesehen.

Als ein weiteres von unzähligen Beispielen dieses Irrsinns steht das Strassenverkehrsamt mit den jährlichen Fahrzeuginspektionen da. Für Fahrzeuge, von denen wir heute wissen, dass sie auch nach 10 Jahren mit dieser Qualität kaum eine Gefährdung für den Strassenverkehr darstellen.

Auch hier das Gleiche: Home-Office, bei voller Entlöhnung. Sogar mit der Möglichkeit, die während der Corona-Zeit bereits eingereichten Ferien ab Herbst nachholen zu dürfen. Wenigstens da ein Lohn-Abstrich? Nö.

Für alle über 1,2 Millionen (!) Staatsangestellten im Land sind es neu null Arbeit oder Berge von Anträgen, die zu beantworten sind. Finanziert durch eine mittlerweile (teilweise) erwerbslose Bevölkerung.

Wer bedenkt, dass mit der Flut der Reglemente und Formulare Überstunden ausbezahlt werden, vergisst die „Opfersymmetrie“.

Corona ist für die „Profiteure der Angst“, den Herstellern und Lieferanten für Masken, Handschuhe, Schutzhauben und vielem mehr, „Big Business“. Für die Staatsangestellten ist es ein bedingungsloses Grundeinkommen mit Bonus.

Für die anderen, ist es eine ungewisse Zukunft mit existentiellen Ängsten.

Einseitiges Demokratie-Verständnis

Jeder, der so etwas unterstützt, hat ein einseitiges Demokratie-Verständnis. „Ohne Empathie keine Demokratie“, wie es einst der Psychoanalytiker Arno Gruen treffend formulierte.

„Divide et impera“, teile und herrsche. Fehlende Opfersymmetrie, wie in der Antike, in jedem Krieg, in jeder Geschichtsperiode.

Nicht wie im 21. Jahrhundert immer wieder gefordert: „Vereine und entwickle“.

Es gilt noch immer: Wettbewerb statt Kooperation – und dazwischen der Staat mit Steuern und seinen Lobbyisten.

An dieser Stelle ist zu betonen, dass die grosse Mehrheit, der über eine Million Menschen in Verwaltungen täglich gewissenhaft und loyal und meistens mit Vernunft sehr gute Leistungen erbringt.

Diese Staatsträger verdienen eine ehrliche Wertschätzung, die von etlichen Vorgesetzten kaum je ausgesprochen wird.

Generell ist zu überdenken, ob unser System mit diesen politischen Vorgaben überhaupt Sinn macht. Statt allem „blind“ zu vertrauen, hilft in Zeiten von Corona möglicherweise der Leitspruch der Aufklärung: „Sapere aude“.

Immanuel Kants Leitspruch vor 216 Jahren, der meint: „Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“.

Wurde von unseren Regierungen zumindest die erbrachte Leistung abgefragt? Wie sie bei jedem digitalen Einkauf bereits bei sehr kleinen Beträgen auf freiwilliger Basis üblich ist?

Das Tragen von Masken und Schutzhandschuhe und das Verwenden von Desinfektionsmitteln ist (noch) „freiwillig“.

Eine Massnahme im Rettungspaket des Bundes, wofür alle selbst bezahlen, sei es im Handel oder als Steuerzahler. Milliarden verpufft, zur Entsorgung und zur Verdunstung.

Es wird Zeit, aufzuwachen

Von Stephan Siegfried, Publizist

https://insideparadeplatz.ch/2020/05/30/regierungen-wir-sind-ok-ihr-die-buerger-seid-nicht-ok/

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