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Blick-Staatspropaganda “Maurer spielt Trump”

Eskalation vor Bundeshaus«Nun sieht man, wozu das führt, wenn Maurer Trump spielt»

Nachdem Corona-Skeptiker versucht haben, die Absperrung vor dem Bundeshaus zu stürmen, fallen die Reaktionen aus der Politik heftig aus. Grünen-Präsident Balthasar Glättli sieht eine Mitschuld bei SVP-Bundesrat Ueli Maurer.Publiziert: vor 55 Minuten|Aktualisiert: vor 31 Minuten0

Gewaltbereite Corona-Skeptiker rütteln an der Absperrung vor dem Bundeshaus, während die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfer reagiert. Der «mögliche Sturm aufs Bundeshaus», wie der Berner Polizeidirektor Reto Nause (50) die Eskalation beschrieb, hat für harsche Kritik der Politik gesorgt.

Für Grünen-Präsident Balthasar Glättli (49) ist SVP-Bundesrat Ueli Maurer (70) mitverantwortlich: «Nun sieht man, wozu das führt, wenn Maurer Trump spielt», sagt er zu Blick. Maurer hatte erst kürzlich provoziert, als er sich an einer SVP-Veranstaltung ein Trychler-Hemd überzog. Vor dem Bundeshaus waren am Donnerstagabend denn auch prompt «Ueli! Ueli!»- Rufe zu hören.

«Im Vergleich zum Ausland sind die Massnahmen in der Schweiz viel weniger einschränkend», so Glättli. «Natürlich dürfen alle für ihre Meinung demonstrieren. Aber bitte: gewaltfrei!»

Maurer selbst wollte sich auf Anfrage von Blick nicht äussern. Man kommentiere den Sachverhalt nicht, lässt das Finanzdepartement ausrichten.

Wut ernst nehmen

«Traurig und peinlich» seien die Ausschreitungen, findet SP-Fraktionsschef Roger Nordmann (48). Schliesslich gebe es demokratische Mittel, um sich ohne Gewalt in die Diskussion einzuschalten – etwa die Abstimmung im November zum Covid-Gesetz.

Vielleicht sei der Donnerstagabend auch die Konsequenz von Maurers Trychler-Auftritt. Dieser habe die Eskalation sicher nicht gewollt, und sei auch nicht Schuld daran. «Aber er hat zu dieser Stimmung beigetragen», so Nordmann.

Auch für den Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer (53) ist die Eskalation «inakzeptabel», wie er sagt. Allerdings findet er auch, dass «wir die Wut der Demonstrantinnen und Demonstranten jedoch ernst nehmen müssen». Diese fühlten sich wegen der Zertifikatspflicht in die Ecke gedrängt.

«Ich bin nicht gegen die Zertifikatspflicht in Restaurants und Hochschulen» hält Aebischer fest. Doch er sei klar der Meinung, dass die Corona-Tests gratis bleiben müssten. «Ich will keine Zweiklassengesellschaft.»

Ratspräsidenten verurteilen Eskalation

Die zwei SVP-Ratspräsidenten aus dem Bundesrat, Nationalrat Andreas Aebi (62, BE) und Ständerat Alex Kuprecht (63, SZ), verurteilen die Eskalationen. «Unschweizerisch» sei das Verhalten der gewalttätigen Demonstrierenden. «Wir besiegen das Virus nur, wenn wir alle Teil der Lösung sind.»https://www.blick.ch/assets/dist/static/twitter.html?url=https://twitter.com/ParlCH/status/1438785061361491969

«Haben einen Dachschaden»

«Der Zweck heiligt niemals die Mittel» twittert der Berner FDP-Politiker Christian Wasserfallen (40, BE) schon spätabends auf Twitter. Wer Feuerwerk aufs Bundeshaus abschiesse, habe einen «Dachschaden».https://www.blick.ch/assets/dist/static/twitter.html?url=https://twitter.com/cwasi/status/1438605669901422602

Auch Philipp Bregy (43), Präsident der Mitte-Fraktion im Parlament, hat kein Verständnis für die Eskalation. «Tut doch nicht so, als ginge es um euer Leben oder die Demokratie», schreibt er an die Adresse der Demonstranten. «Herumböllern» gehe gar nicht.

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