Aaron Swartz war der Sohn von Robert und Susan Swartz und hatte zwei Brüder (Noah und Ben). Im Alter von 14 Jahren war Swartz Co-Autor der RSS-Spezifikation 1.0. Danach wurde er Mitglied einer für das Resource Description Framework zuständigen Arbeitsgruppe des W3C. 2006 schrieb er sich an der Stanford University ein, verließ sie jedoch nach etwa einem Jahr, um bei Y Combinator zu arbeiten.

Swartz war Mitbegründer des Start-Ups Infogami, das später in Reddit aufging. Reddit wurde im Oktober 2006 vom Condé Nast Verlag übernommen; die Verlagsgruppe verlegte den Firmensitz zur Wired-Redaktion in San Francisco. Dort arbeitete Swartz zunächst weiter für Reddit, bis er Anfang 2007 entlassen wurde. Im September desselben Jahres schuf er mit Simon Carstensen den Website-Creation- und Hosting-Service Jottit. Darüber hinaus war Swartz bei der technischen Umsetzung der Creative-Commons-Lizenzen beteiligt und war technischer Leiter der Open Library.

Swartz lebte eine Zeit lang in Cambridge, Massachusetts, wo er unter anderem im Board des Change Congress tätig war. Er verfasste Beiträge für Wikipedia und kandidierte 2006 erfolglos für das Kuratorium der Wikimedia Foundation.

2008 proklamierte Swartz das von ihm im Juli desselben Jahres formulierte Guerilla Open Access Manifest als Grundlage für den radikalen Flügel der Open-Access-Bewegung und veröffentlichte 2009 etwa 20 Millionen Seiten von Gerichtsentscheidungen, die er im Vorjahr aus der öffentlichen und von bestimmten Bibliotheken aus probeweise kostenlos zugänglichen Datenbank PACER (Public Access to Court Electronic Records) heruntergeladen hatte. Der Vorgang war legal; Swartz beabsichtigte die Erstellung eines durchsuchbaren Archivs. Die Dokumente sind nun im Internet Archive zugänglich.

2010 untersuchte er als Fellow am Safra-Zentrum der Harvard University, aus welchen Quellen Beiträge in juristischen Fachzeitschriften finanziert wurden. In diesem Jahr gehörte er zu den Gründern der Gruppe Demand Progress, die sich in den Vereinigten Staaten gegen den Stop Online Piracy Act und PIPA einsetzte.

Am 19. Juli 2011 wurde Swartz angeklagt, 4,8 Millionen wissenschaftliche Artikel von dem Zeitschriftenarchiv JSTOR illegal heruntergeladen zu haben. Nachdem er die Daten an JSTOR ausgehändigt hatte, kündigte der Betreiber an, keine zivilrechtlichen Ansprüche gegen Swartz zu stellen. Der Fall wurde vom Staatsanwalt Stephen Heymann weiterverfolgt. Gegen eine Kaution von 100.000 US-Dollar blieb er auf freiem Fuß. Ihm drohten im Fall seiner Verurteilung eine bis zu 35-jährige Haft- und eine hohe Geldstrafe. Im September 2011 gab JSTOR bekannt, den gemeinfreien Teil der Zeitschriftentexte öffentlich zugänglich zu machen, am 9. Januar 2013 gaben sie bekannt, 4,5 Millionen Artikel für begrenzte Zeit kostenlos zugänglich zu machen.

Noch vor Beginn des Gerichtsprozesses, der für April 2013 angesetzt war, beging Swartz, der seit Jahren an Depressionen litt, Suizid. Er wurde am 11. Januar 2013 von seiner Freundin in seinem Apartment in Brooklyn tot aufgefunden. Nach seinem von der zuständigen US-Behörde als Suizid eingestuften Tod wurde unter anderem von Seiten der Angehörigen und Freunde Kritik gegenüber der Staatsanwaltschaft laut. Ihr wurde eine Mitschuld am Tod von Swartz vorgeworfen, sie sollte im Prozess „überzogen“ gehandelt haben, zumal JSTOR selbst keine Anzeige erstattet hatte. Im Nachhinein versicherte sie, Swartz habe ihre Forderung durch ein Schuldbekenntnis auf sechs Monate Haft reduzieren können. Der Rechtswissenschaftler Lawrence Lessig, der als Swartz’ Mentor bezeichnet wurde, äußerte Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft, wollte sich der These einer Mitschuld jedoch nicht anschließen. Ebenfalls wird dem MIT aus verschiedenen Gründen eine Mitschuld bzw. Fehlverhalten vorgeworfen.

Am 15. Januar 2013 wurde Swartz in Highland Park, Illinois, beigesetzt. Tim Berners-Lee, der Begründer des World Wide Web, hielt eine der Trauerreden. Drei Tage vorher hatte er Swartz ein Gedicht gewidmet. Ein weiterer Trauerredner war Lawrence Lessig.

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